Balkonkraftwerk-Rechner: was Ihr Standort wirklich hergibt
Der Ertrag einer Solaranlage hängt an zwei Winkeln: der Ausrichtung nach Süden und der Neigung des Moduls. Zusammen entscheiden sie über mehr als ein Drittel des Jahresertrags. Beide Werte lassen sich messen, statt sie zu schätzen.
Am schnellsten geht das mit dem Smartphone: Ausrichtung und Neigung direkt am Handy messen – GPS, Kompass und Neigungssensor liefern die Werte, der Rechner setzt sie sofort in Kilowattstunden um. Kostenlos im Browser, ohne Installation.
Die Faktoren hinter der Rechnung
Ausrichtung. Bezogen auf eine nach Süden zeigende Fläche liefern Südost und Südwest rund 96 Prozent, Ost und West etwa 85 Prozent, eine Nordfläche nur noch rund 55 Prozent.
Neigung. Der optimale Winkel entspricht ungefähr dem Breitengrad mal 0,76 plus 3 Grad – in Deutschland also 40 bis 43 Grad. Flach liegend erreicht ein Modul rund 86 Prozent dieses Optimums, bei 30 Grad sind es 99 Prozent, bei 60 Grad noch 96 Prozent. Senkrecht am Geländer montiert bleiben etwa 70 Prozent.
Standort. Bei Südausrichtung und optimaler Neigung rechnet das Modell mit rund 1.101 kWh je Kilowatt-Peak in München, 998 in Köln, 957 in Berlin und 936 in Hamburg. Die Spanne zwischen Nord- und Süddeutschland beträgt damit knapp 18 Prozent.
Was das für ein Balkonkraftwerk bedeutet
Ein senkrecht an der Brüstung hängendes Modul liefert etwa 70 Prozent dessen, was dasselbe Modul im optimalen Winkel bringen würde. Wer aufständern kann – auf dem Balkonboden, dem Flachdach oder im Garten –, gewinnt einen guten Teil davon zurück. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt vom konkreten Standort ab, und genau das lässt sich vorab ausrechnen.